Heiraten im Alten Botanischen Garten Kiel: Topfhaus, Pavillon und Foto-Tipps
Mitten in Kiel, ein paar Schritte über der Förde, liegt ein Ort, den viele Einheimische nur als Park kennen und der doch eine der schönsten Hochzeitskulissen der Stadt ist: der Alte Botanische Garten mit dem denkmalgeschützten Topfhaus und dem Aussichtspavillon. Ich habe hier gerade eine wunderbare freie Trauung fotografiert, hier ist alles, was ihr über den Ort wissen solltet.
Ein Garten mit Geschichte, mitten in der Stadt
Was heute wie ein verwunschener Park wirkt, war einmal Wissenschaft auf Weltniveau: 1825 als englischer Landschaftsgarten angelegt, wurde das Gelände ab 1878 zum Botanischen Garten der Universität umgestaltet, dem ersten Botanischen Garten der Welt, der nach pflanzengeographischen Gesichtspunkten geordnet war. Aus dieser Zeit stammen der alte Baumbestand und die exotischen Gewächse, zwischen denen ihr heute heiraten könnt: knorrige Araukarien, meterhohe Rhododendren, verwinkelte Wege am Hang. Dass der Garten überhaupt noch existiert, ist engagierten Kielern zu verdanken, die ihn seit den 1980er-Jahren pflegen und erhalten.
Das Topfhaus: die Location im Garten
Im oberen Teil des Gartens steht das Topfhaus, ein kunsthistorisches Baudenkmal, das von der 2015 gegründeten Topfhaus-Stiftung aufwendig saniert wurde. Heute wird es für Empfänge, Hochzeiten, freie Trauungen und Familienfeiern vermietet. Die Kombination ist ziemlich einzigartig in Kiel: Ihr feiert in einem historischen Gebäude und habt direkt vor der Tür einen botanischen Garten als Foto-Kulisse. Alle Details und Anfragen laufen über die Website des Topfhauses.
Der Aussichtspavillon: Ja-Wort über der Förde
Gleich neben dem Topfhaus steht auf dem höchsten Punkt des Gartens der rote Backstein-Pavillon von 1891, gekrönt von einer Lotusblüte, dem traditionellen Zeichen botanischer Gärten. Von der Plattform blickt ihr über die Kieler Förde. Davor liegt eine Rasenfläche, die wie gemacht ist für eine freie Trauung: Die Gäste sitzen unter alten Bäumen, dahinter ragt der Pavillon auf, und wenn ihr euch küsst, habt ihr Kiel zu Füßen.
So habe ich es erlebt: die Hochzeit von Mette und Frederik
Bei der Hochzeit von Mette und Frederik stand die freie Trauung genau dort, vor dem Pavillon. Was mir als Fotograf sofort auffiel: Der Garten nimmt einer Zeremonie jede Steifheit. Die Gäste sitzen im Grünen statt im Saal, Kinder liegen im Gras, und nach dem Ja-Wort seid ihr in zwei Minuten mitten im Paarshooting, ohne dass jemand ins Auto steigen muss.
Das Bild oben ist an diesem Tag entstanden, keine zwei Gehminuten vom Trauort entfernt: Ende Mai und im Juni blühen im Garten die Rhododendren in Rot, Orange, Rosa und Violett, eine Blumenwand, die kein Dekorateur der Welt aufbauen könnte. Ein paar Meter weiter wartet die Araukarie, ein Baum wie aus einer anderen Welt, unter dem Paarbilder eine fast märchenhafte Tiefe bekommen.
Foto-Tipps für euren Tag im Alten Botanischen Garten
Die Jahreszeit: Mai und Juni sind wegen der Rhododendronblüte die spektakulärsten Monate, aber der Garten trägt mit seinem immergrünen Bestand das ganze Jahr. Das Licht: Der alte Baumbestand am Hang filtert die Sonne, dadurch gibt es hier auch zur Mittagszeit weiches, gestreutes Licht, ein Luxus, den offene Wiesen-Locations nicht bieten. Die Wege: Trauung am Pavillon, Paarshooting zwischen den Blüten, Gruppenbild mit Fördeblick: Alles liegt innerhalb weniger Gehminuten, euer Zeitplan bleibt entspannt. Dazu passt meine Zeitplan-Vorlage für den Hochzeitstag.
Gut zu wissen: Der Garten ist ein öffentlicher Park, ihr teilt ihn euch also mit Spaziergängern. In der Praxis stört das erstaunlich wenig, die verwinkelten Gartenräume schirmen die Zeremonie gut ab, und für alles Organisatorische rund um Flächen und Räume ist das Topfhaus-Team der richtige Ansprechpartner.
Ihr plant eure Hochzeit im Alten Botanischen Garten oder im Topfhaus? Erzählt mir von eurem Tag, ich kenne den Garten, sein Licht und seine schönsten Ecken.