Hochzeitsfotos ohne Posen: So funktioniert dokumentarische Hochzeitsfotografie
„Wir sind eigentlich gar nicht so die Foto-Menschen.". Diesen Satz höre ich in fast jedem Vorgespräch. Und meine Antwort ist immer dieselbe: perfekt. Denn dokumentarische Hochzeitsfotografie braucht keine Foto-Menschen. Sie braucht nur Menschen, die heiraten.
Was dokumentarisch bedeutet – und was nicht
Dokumentarische (oder Reportage-)Fotografie heißt: Ich stelle keine Szenen nach, ich dirigiere nicht, ich unterbreche keinen Moment mit „Nochmal bitte, und jetzt alle hergucken!" Stattdessen bin ich da, beobachte und fotografiere, was wirklich passiert, den Blick eures Vaters beim Ja-Wort, das Lachen in der dritten Reihe, die Umarmung, die fünf Sekunden zu lang dauert, weil sie so gut tut. Das Gegenteil davon ist klassische Posing-Fotografie: arrangierte Aufstellungen, wiederholte Szenen, Anweisungen. Beides ist legitim, aber es sind grundverschiedene Arbeitsweisen, und ihr solltet vor der Buchung wissen, welche ihr wollt.
„Aber wir wissen nicht, wohin mit unseren Händen!"
Müsst ihr auch nicht. Der Trick der dokumentarischen Arbeit ist: Ihr habt an eurer Hochzeit ohnehin keine Zeit, an die Kamera zu denken, es passiert zu viel, das wichtiger ist. Nach zwanzig Minuten vergessen die meisten Paare, dass ich da bin. Ich arbeite leise, ohne Blitz und mitten im Geschehen, statt vom Rand aus mit dem Teleobjektiv zu lauern. Das einzige „Gestellte" an meinem Tag ist das Paarshooting, eine halbe Stunde nur für euch. Und selbst da poste ich euch nicht in steife Positionen, sondern lasse euch laufen, quatschen, albern sein, und fotografiere, was dabei entsteht.
Woran ihr echte Reportage-Fotografen erkennt
Erstens: komplette Hochzeiten im Portfolio. Wer nur zehn Vorzeigebilder pro Hochzeit zeigt, kann jede Arbeitsweise behaupten. Schaut euch ganze Reportagen an, trägt die Geschichte von morgens bis abends? Zweitens: keine Styled Shoots. Gestellte Model-Shootings im Portfolio sagen nichts darüber, wie jemand unter dem Echtzeitdruck einer echten Hochzeit arbeitet. Bei mir stammt jedes Bild von einer echten Hochzeit. Drittens: Fragt im Gespräch, wie die Person mit Gruppenfotos umgeht. Auch Dokumentarfotografen machen Gruppenbilder, aber effizient in 20 Minuten mit Liste, nicht als einstündige Fotosession.
Für wen der Stil passt – und für wen nicht
Dokumentarische Fotografie passt zu euch, wenn ihr euren Tag erleben statt performen wollt, und wenn ihr in zehn Jahren sehen möchtet, wie es wirklich war. Sie passt nicht, wenn ihr euch vor allem eine lange Strecke perfekt arrangierter Porträts wünscht, dafür gibt es großartige Kollegen mit genau dieser Spezialisierung. Unsicher, was ihr wollt? Mein Artikel zur Fotografen-Auswahl hilft beim Sortieren, oder ihr fragt mich einfach direkt, ich sage euch ehrlich, ob wir zusammenpassen.